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Sauerland-Rundfahrt

"Profis haben Gänsehaut an der Hirschberger Wand"

Rad-Profis müssen sich bei der 3. Sauerland Rundfahrt gleich zweimal über die wahnwitzige Bergwertung quälen

Viele helfende Hände für die 3. Sauerland Rundfahrt: (v.l.) Organisatoren Heiko Volkert und Jörg Scherf, Herbert Rose, Ortsvorsteher Stefan Toschinski, Alfred Kemper, Markus Schrewe mit Tochter, Jannik Linneboden mit seinem Vater, dem Vereinsringvorsitzender Franz Linneboden und Philipp Stallmeister, der am Tourweg moderiert.

Viele helfende Hände: Ein Dorf bereitet sich auf die 3. Sauerland Rundfahrt vor

Franz Linneboden ist in seinem Element: heftig gestikulierend beschreibt er, wo die Begleitfahrzeuge ausscheren und nach der Hirschberger Wand wieder einscheren sollen. Die anderen nicken zustimmend und blicken auf einen Plan, den der Mitorganisator Heiko Volkert hält. Die Vorbereitungen für die 3. Sauerland Rundfahrt, die am 22. September wieder zweimal durch Hirschberg führt, laufen auf Hochtouren, und einige wesentliche Akteure treffen sich zur Ortsbesichtigung. Denn alle Details für das Rad-Bundesliga-Rennen - von der Absperrungsbarke bis zur Moderation - müssen sitzen, einen Probedurchlauf gibt es nicht.

Jörg Scherf und Heiko Volkert waren selbst als Radprofis aktiv und wissen genau, wie ein gutes Radrennen organisiert werden muss. 2015 riefen sie mit dem "Team Sauerland" eine neue Radmannschaft ins Leben, die seitdem erfolgreich durch die (Rad-)Welt tourt. 2017 initiierten sie nach vielen Jahren der Abstinenz mit der "Sauerland Rundfahrt" wieder ein Bundesliga-Radrennen durch eines der schönsten Mittelgebirge Deutschlands. Damals bereisten die beiden die sauerländischen Orte, durch die die Tour führen sollte, und landeten dabei auch bei Franz Linneboden, Vorsitzender des Vereinsrings. Der erkannte schnell das Potenzial einer solchen Veranstaltung für die Imagepflege und fand auch bei der Stadt Warstein große Unterstützung.

"Mittlerweile probieren sich fast täglich Rennradfahrer oder Radinteressierte an der Hirschberger Wand. Mit der Bergwertung an einer 33-prozentigen Steigung haben wir hier ein deutschlandweit beachtetes Merkmal", urteilt Franz Linneboden zufrieden, aber wohlwissend, dass der Weg dorthin einiges an Kraftanstrengung brauchte. Das Radrennen auf dem Gebiet der Stadt Warstein muss mit 60 Ordnern gesichert werden, eine große Zahl an Absperrbarken wird gebraucht und ein attraktives Rahmenprogramm will auf die Beine gestellt werden. "Zum Glück gibt es in unserem 1.800-Einwohner-Dorf viele helfende Hände", freut sich Ortsvorsteher Stefan Toschinski.

Bei der Ortsbesichtigung besprechen die Akteure viele Einzelheiten: Für den Fahrzeug-Konvoi ist die Hirschberger Wand zu steil, die Fahrzeuge müssen ausgeleitet und später wieder eingeleitet werden. Dazu müssen die Ordner an den neuralgischen Stellen mit Funkgeräten ausgestattet werden. Verkehrsinseln werden durch private Motorradfahrer gesondert gesichert, an der Hirschberger Wand wird eine Boxengasse eingerichtet, die Anwohner müssen informiert werden, die Abstimmung mit der Polizei muss erfolgen, die Öffentlichkeitsarbeit, die hauptsächlich vom Stadtmarketing Warstein geleistet wird, muss begleitet werden und vieles mehr. Und das sind nur die Vorbereitungen für Hirschberg, die Sauerland Rundfahrt führt durch acht Kommunen.

"Das ist ein Riesenaufwand für die Region, aber super wichtig, weil überregional Bilder von der beeindruckenden Landschaft des Sauerlands gezeigt werden und die Region fürs Radfahren bekannt wird. Alle Teilnehmer der Sauerland Rundfahrt haben eine Gänsehaut, wenn sie die Hirschberger Wand hochfahren", unterstreicht Tour-Organisator Heiko Volkert. Sein Kollege Jörg Scherf ergänzt: "Bei einem Treffen der Team-Manager aller Radsport-Teams im letzten Jahr haben alle gesagt, dass die Sauerland Rundfahrt das schönste Rennen war. Die Strecke ist anspruchsvoll, die Stimmung riesig, die Organisation und Streckensicherheit auch dank der Arbeit der Ordner und der Polizei bestens. Selbst der Bund Deutscher Radfahrer zeigt sich begeistert."

So ist auch die Organisation in Hirschberg auf Langfristigkeit angelegt, wie Franz Linneboden erläutert: "Heiko Volkert und Jörg Scherf haben noch viel vor. Deshalb versuchen wir schon jetzt, so viele Menschen wie möglich in die Vorbereitungen einzubinden und auch immer neue Ordner zu gewinnen. So haben wir schließlich einen Pool von 200 Menschen, die schon einmal Ordner waren und bei Bedarf zur Verfügung stehen. Denn wir freuen uns schon auf das, was da kommt."

Noch Ordner gesucht

Alle gut 500 Ordner, die bei der Sauerland Rundfahrt für Sicherheit sorgen, erhalten ein Dankeschön: Am Samstag, 14. Dezember, treffen sich die Ordner aus allen Kommunen auf dem Hirschberger Weihnachtsmarkt und erhalten vier Wertmarken für Getränke. Ordner werden kann, wer über 18 Jahre alt ist, eine gültige Mobilfunknummer und eine E-Mail-Adresse besitzt. Freiwillige für das Gebiet Hirschberg melden sich bei Franz Linneboden, f.linneboden(at)gmx.de, oder Alfred Kemper, al.kemper(at)t-online.de an, Freiwillige für das Stadtgebiet Warstein wenden sich an Andreas Wiemar, Vorsitzender des Vereinsbürgerrings Warstein, a.wiemar(at)t-online.de.