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Teil 5 der Info-Serie zum bundesweiten Warntag: Strukturen Katastrophenschutz - Stadt Warstein ist gut vorbereitet

Stadt Warstein ist gut vorbereitet
Teil 5 der Info-Serie zum bundesweiten Warntag: Strukturen Katastrophenschutz

Warstein, 6. Dezember 2022. Der bundesweite Warntag 2022 findet am 8. Dezember statt. Dies hat die Stadt Warstein zum Anlass genommen für eine Info-Serie über die öffentliche und persönliche Vorsorge für Krisensituationen.
Heutiges Thema: Strukturen für den Katastrophenschutz.
Laut einer Umfrage des ARD-Magazins „Report“ sind viele Kommunen nicht auf das Szenario eines längerdauernden Stromausfalls vorbereitet – die Stadt Warstein hat bereits im Sommer auf eine entsprechende Aufforderung der Landesregierung reagiert und in Kooperation mit dem Kreis Soest sowie der Feuerwehr die entsprechenden Strukturen aufgebaut. Welche das sind, erläutern im Interview Donat Ahle, Leiter der Feuerwehr Warstein, Stefan Redder, 1. Beigeordneter und Stadtkämmerer, sowie Josef Pieper, Leiter des Fachbereichs Bürgerdienste.

Bei einem längeren Stromausfall funktionieren die Telefon- und Handynetze nicht mehr. Wie können Bürgerinnen oder Bürger in Not Hilfe erhalten?
Ahle: Im Ernstfall übernehmen die Feuerwehrhäuser Warstein, Belecke, Allagen und Hirschberg die Funktion von so genannten „Leuchttürmen“. Sie sind 24 Stunden am Tag mit Feuerwehrkräften besetzt, die sofort ausrücken können. Darüber hinaus verfügen sie über eine Notstromversorgung und bleiben per Analog-Funk mit anderen wichtigen Stellen verbunden. Weiterhin werden in den Ortschaften Suttrop, Sichtigvor und Waldhausen Meldestellen eingerichtet, die rund um die Uhr besetzt sind. Tritt beispielsweise ein medizinischer Notfall ein oder bricht ein Feuer aus, kann die Bürgerschaft die Leuchttürme und Meldestellen zu Fuß oder per Fahrzeug erreichen und Hilfe anfordern. Auch das vom Kreis Soest empfohlene Bürgernotfunk-System kann da hilfreich sein, dafür müssen sich aber viele Menschen daran beteiligen.

Halten Sie es für notwendig, dass sich auch die Bürgerinnen und Bürger auf einen Stromausfall vorbereiten – oder ist das alles übertrieben?
Pieper: Neben der Energiekrise gibt es viele weitere Herausforderungen wie beispielsweise Stürme, Starkregenereignisse oder Waldbrände. Katastrophenschutz heißt, sich auf das Undenkbare vorzubereiten, solange noch alles in Ordnung ist. Deshalb ist es enorm wichtig, dass die Bürgerinnen und Bürger genau jetzt Vorsorge treffen. Die Stadt Warstein kann keine warmen Räume für Alle stellen oder warme Mahlzeiten oder Bargeld ausgeben. Ziel muss es für Alle sein, sich eine Woche lang selbst versorgen zu können. Tipps dazu findet man unter anderem in einem Flyer des Kreises Soest, den wir auf unserer Homepage veröffentlichen. Darüber hinaus ist eswichtig, dass sich die Menschen vernetzen und in einer Krisensituation auch auf ihre Nachbarn bzw. alle Hilfebedürftigen achtgeben.

Kann die Stadtverwaltung bei einem Stromausfall weiterarbeiten?
Redder: Im Falle eines längeren Stromausfalls tritt automatisch der Krisenstab der Stadt Warstein zusammen und wird alle notwendigen Maßnahmen einleiten. Eine eigens dafür eingerichtete Arbeitsgruppe hat sich intensiv mit dem Thema beschäftigt und entsprechende Strukturen aufgebaut. Damit die Arbeitsfähigkeit gewährleistet bleibt, haben wir mehrere Notstromaggregate beschafft und uns Treibstoffvorräte gesichert. Die wichtigsten Aufgaben, wie die Arbeit des Krisenstabs, der Jugendhilfe oder des Standesamtes, können damit aufrechterhalten werden.

Bei einem Stromausfall wird Kommunikation über die meisten Medien kaum noch möglich sein. Wie kommt die Bürgerschaft an Informationen?
Pieper: Die Stadt Warstein wird die Bürgerschaft zeitnah über alle Entwicklungen informieren: In jedem Ortsteil gibt es so genannte Bekanntmachungskästen (siehe Übersicht in der anhängenden PM). Hier wird es in regelmäßigen Abständen Aushänge mit den wichtigsten Informationen geben. Diese werden per Boten in die Ortsteile gebracht. Überregionale Informationen gibt es über den Sender WDR2 auf der Frequenz 92,3. Dazu empfiehlt sich – falls nicht schon vorhanden – die Anschaffung eines batteriebetriebenen Radios.

Wird auch die Wasserver- und -entsorgung durch einen Stromausfall beeinträchtigt?
Redder: Auch die Stadtwerke haben Notstromaggregate angeschafft, so dass im Falle eines Stromausfalls die Hebestellen betrieben werden können. Allerdings nicht alle gleichzeitig, sondern eher reihum. Im Ereignisfall rechnen wir mit über kurz oder lang sinkenden Verbräuchen, da ja Heizungen und somit die Warmwasserversorgung nicht funktionieren. Grundsätzlich kann es auch nicht verkehrt sein, wenn die Bürgerschaft im Ernstfall einige Behältnisse mit Wasser auf Vorrat füllt.

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