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Bäder

Zwei Kommunen-zwei Bäder-eine Ausbildung - Warstein und Rüthen kooperieren bei Ausbildung von zwei Schwimmmeistern

Im Allwetterbad: Dennis Justus (l.), Bäderbetriebsleiter der Stadt Warstein, mit den Auszubildenden Nina Arndt und Max-Gregor Gerhardt

Im Biberbad: Dennis Justus (l.), Bäderbetriebsleiter der Stadt Warstein, mit den Auszubildenden Nina Arndt und Max-Gregor Gerhardt, und Biberbad-Betriebsleiter Lars Kemke (r.)

Personalmangel führt in vielen Schwimmbädern zu ernsten Schwierigkeiten, bis hin zur Bäderschließung.
Mit einer außergewöhnlichen Kooperation wirken die Städte Warstein und Rüthen diesem Bundestrend jetzt bewusst entgegen: Sie bieten gemeinsam zwei Ausbildungsplätze für den Beruf des Fachangestellten für Bäderbetriebe an und haben die Plätze bereits belegt. Matthias Seipel, Fachbereichsleiter Infrastruktur bei der Stadt Warstein und damit zuständig für das Allwetterbad: "Wir freuen uns sehr, diesen gemeinsamen Schritt für die Zukunft der beiden Bäder zu machen. Betrachtet man den bundesweiten Personalmangel, so ist es schon eine kleine Sensation, dass wir die Ausbildungsplätze sofort besetzen konnten."

Über die Agentur für Arbeit suchen aktuell mehr als 150 Kommunen Auszubildende als Fachangestellte für Bäderbetriebe, etwa 400 Kommunen oder Betriebe benötigen ausgebildete Fachkräfte und Schwimmmeister für sofort. Zwar arbeiten nach Angaben des Bundesverbandes Deutscher Schwimmmeister (BDS) etwa 26.000 Fachkräfte im Bäderbereich, doch bleiben Schätzungen zufolge rund 2.500 Stellen unbesetzt.

Angesichts dieser Arbeitsmarktsituation suchten die Betriebsleiter des Biberbades Rüthen und des Warsteiner Allwetterbades nach einem Anreiz für jungen Menschen, sich für eine Ausbildung zum Bäderfachangestellten zu begeistern.
"Für Auszubildende ist es wichtig, möglichst breit gefächerte Kenntnisse zu erlangen. Durch die Kooperation stehen den Azubis zwei moderne, schöne Bäder mit unterschiedlichen Schwerpunkten als Lernort zur Verfügung: Während das Biberbad ein reines Freibad mit Saisonbetrieb ist, liegt der Schwerpunkt des Allwetterbades auf den Badelandschaften, Sportbecken, Ruheoasen und der Saunalandschaft", so Dennis Justus, Bäderbetriebsleiter der Stadt Warstein, der persönlich die Ausbildung übernimmt. Für die Ausbildung im Biberbad ist der Betriebsleiter Lars Kemke zuständig.
Und die ist durchaus abwechslungsreich: Vom Babyschwimmen über das Seepferdchen, vom Sauna-Aufguss bis zur Wassergymnastik-Animation, dem Auswerten von Wasserproben sowie der In- und Außerbetriebnahme der Freibäder - alles müssen die Auszubildenden beherrschen.
Hinzu kommt die teils komplizierte Bedienung der technischen Wasseraufbereitungsanlagen im Untergrund der Bäder. "Von der kleinen Pumpe bis zur riesigen Filteranlage. Das sind Aufgaben, die man als Badegast gar nicht so mitbekommt", so Dennis Justus.

Teil des Ausbildungsprogramms ist darüber hinaus das regelmäßige Training unter anderem für den Rettungsschwimmernachweis. "Es verlangt aber keiner, dass man schon der perfekte Schwimmer ist, wenn man die dreijährige Ausbildung anfängt", betont Dennis Justus, der seit Jahren seinen Meisterbrief für diesen interessanten Beruf besitzt.
Neben Spaß am Sport könne auch etwas mathematisches Verständnis nicht schaden: In der Berufsschule müssen neben medizinischer Fachkunde und Bäderbetriebslehre im Schulfach Bädertechnik auch Wassermengen und Umwälzzeiten berechnet werden. Justus: "Selbstverständlich werde ich als Ausbilder versuchen, den Azubis so viel wie möglich mit auf den Weg zu geben, damit ihnen für die Abschlussprüfung sehr gutes Fachwissen zur Verfügung steht."

Die Kooperation im Bäderbereich zwischen den Städten Rüthen und Warstein besteht übrigens seit einem längeren Zeitraum. In diesem Rahmen wird beispielsweise ein Kombiticket angeboten, mit dem Besucher sowohl im Biberbad als auch im Allwetterbad schwimmen gehen können.
"Unser Ziel ist es, dass möglichst alle Kinder und Jugendliche schwimmen lernen. Grundvoraussetzung dafür ist auch die Ausstattung der Kommunen mit Schwimmbädern bzw. Lehrschwimmbädern. Mit unserer Kooperationsmaßnahme tragen wir Sorge, dass die Bäder in Warstein und Rüthen auch in Zukunft über die notwendige Personalausstattung dafür verfügen. Mit unserem innovativen Ansatz schaffen wir eine Win-Win-Situation", so Matthias Seipel.