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Zukunftswerkstatt - Übersicht

Projektphase

Wir haben ein Ziel: Die Kernstadt von Warstein soll attraktiver werden!

Die Arbeit an einem neuen Rahmenplan nähert sich ihrem Abschluss – über zwei Jahre haben Akteure aus Politik, Wirtschaft, Planung und Bürgerschaft im Rahmen des Werkstattverfahrens gemeinsam an der „Zukunft Warstein“ gearbeitet.

Gemeinsam mit unseren Bürgerinnen und Bürgern haben wir für die Kernstadt von Warstein und ihre angrenzende Landschaft neue zukunftsfähige Bilder entworfen. Diese bauen auf den Maßnahmen auf, die wir bereits in den kommenden Jahren in der Innenstadt für Sie verwirklichen!

Der zusätzliche Planungs- und Dialogprozess half dabei, herauszufinden, wo in der Kernstadt "der Schuh drückt". Im Rahmen des Werkstattverfahrens wurde bis zum Frühjahr 2018 eine Vision für die kommenden Jahre entwickelt, wie die Stadt spätestens 2030 aussehen soll und welche Schritte kurz- oder mittelfristig zielführend und sinnvoll umsetzbar sind.

Auftakt des Werkstattverfahrens: "Ordentlich Druck auf dem Kessel"

Mit Veranstaltungen am 21. & 27.09.2016 begann das Werkstattverfahren

Nach den ersten beiden Terminen im Werkstattverfahren, nahm die Gestaltung der Zukunft von Warstein richtig Fahrt auf! 2016 wurde bereits ein erster Rahmenplan entwickelt, der Möglichkeiten, Potenziale, aber auch Grenzen für die Zukunft von Warstein aufzeigt. Anhand des ersten Entwurfs diskutierten wir gemeinsam zu konkreten Fragestellungen. Für die unterschiedlichen Fragestellungen, die es für Warstein gab, wurde nach umsetzbaren aber auch kreativen Lösungen gesucht.

Vorstellung Analyseergebnisse und Diskussion Thema Verkehr

Nach Informations- und Auftaktterminen im September 2016, begrüßte Frau Leitner (Fachbereichsleitung techn. Dienste der Stadt Warstein) am 22.11.2016 die Teilnehmer der Akteurswerkstatt zur städtebaulich und freiraumplanerischen Rahmenplanung in Warstein. Aus Sicht der Verwaltung stellte Frau Leitner dar, wie die Analyse der Themenschwerpunkte Städtebau, Freiraum und Verkehr in die Planungsphase des Jahres 2017 übergingen, in der konkrete Inhalte entwickelt werden sollten.

Planungsphase: Unsere Zukunftsposition

Ziel der Gruppenarbeit ausgewählter Akteure war es, kreative Lösungen zu diskutieren, konzeptionell zu arbeiten sowie die Ziele und Haltungen zu entscheidenden Themen abzuwägen. Durch die Kleingruppenarbeit wurden Themen voneinander getrennt werden, die nicht direkt miteinander zusammenhingen. Die Ergebnisse dieses Abwägungsprozess dienten als Grundlage für unser weiteres Handeln und wurden in den drei Arbeitsgruppen bereits vertieft.

Vorstellung Analyseergebnisse und Diskussion Themen Städtebau, Innenstadt sowie Freiraum und Landschaft

Der Themenblock Städtebau und Innenstadt baute auf den vorhandenen Analysen des Integrierten Handlungskonzeptes für die Innenstadt Warsteins auf und ergänzte diese an entscheidenden Stellen. Es geht den Akteuren um eine lebenswerte Stadt in der die baulichen sowie freiräumlichen Potenziale aufgegriffen werden. Zur erfolgreichen Entwicklung in Richtung einer lebhaften und attraktiven Innenstadt wird hierzu eine kleinere Arbeitsgruppe gebildet, die auch die oben genannten Aspekte der verkehrlichen Untersuchung in ihre Arbeit mit einfließen lassen. Von allen Beteiligten werden die genannten Potenzialräume für städtebauliche Entwicklungsimpulse befürwortet – diese sind Marktplatz / Domcenter, Risse-Gelände und die ehemalige Feuerwehr (Müscheder Weg).

Die Präsentation des Themenblocks Freiraum und Landschaft stellte zunächst die herausragenden Potenziale des räumlichen Umfelds (des Untersuchungsgebietes / der Stadt Warstein) dar. Die Aufarbeitung und Integration der touristischen und landschaftlichen Potenziale wird von den Gutachtern allerdings als nicht vordringlich für das Werkstattverfahren betrachtet – hierbei wird es vielmehr um die gemeinsame Konfliktlösung gehen. Der abschließend angestrebte Rahmenplan wird diese Potenziale, wie beispielsweise die neuen Möglichkeiten für Klettervereine und Sport- und Freizeitnutzungen sowie die möglichen Umsetzungen und Förderzugänge dessen ungeachtet darstellen können. Für das weitere Werkstattverfahren und die konzeptionelle Arbeit in Kleingruppen sind die Fragen nach Rekultivierungsflächen und –plänen sowie das Spannungsfeld um den Trinkwasserschutz jedoch von größerer Bedeutung.

Thesen – Aufgaben – Arbeitsprogramm

Für das weitere Vorgehen und eine erfolgreiche, gemeinsam getragene Werkstatt mit umsetzungsfähigen Lösungsansätzen und Projekten war für die Gutachter von großer Bedeutung die Komplexität an entscheidenden Stellen zu reduzieren und teils eingefahrene Verhandlungspositionen zu lockern. Durch die Kleingruppen sollten auch Themen voneinander getrennt werden, die nicht direkt miteinander zusammenhängen (wie bspw. die Steinabbaulogistik und die Innenstadtentwicklung). Die Teilnehmer der Akteurswerkstatt teilten diese Einschätzung seitens der Planer und der Verwaltung. Für die weitere konzeptionelle Arbeit wurden demnach drei Arbeitsgruppen gebildet, die sich mit den Räumen Innenstadt, Saum und Abbaulandschaft befassten.

Zu den drei Teilräumen und den jeweiligen Arbeitsthesen wurden bereits erste Anregungen und Ideen im Plenum diskutiert. Für den Bereich Innenstadt wurde zusätzlich auf das (in Erstellung befindliche) Einzelhandelsgutachten verwiesen sowie auf eine Befragung der Bewohner Warsteins, die deutlich machte, dass die Probleme im Warsteiner Einzelhandel (im Vergleich zum E-Commerce) im Angebot und Sortiment liegen. Die oben formulierten Aufgaben zu den verkehrlichen Aspekten prägen diesen Teilraum deutlich.

Mit Blick auf den Saum, der eine Übergangszone mit spannenden Entwicklungsräumen darstellt, stand vor allem die Verständigung über kurzfristigere Rekultivierungsziele im Vordergrund. Es wurde vorgeschlagen für einen Zeitraum von 25 Jahren zu eruieren, was die Ziele der Stadtentwicklung für diesen Bereich sein könnten. Wichtige Wegebeziehungen und Anziehungspunkte, die Reduzierung von Staubbelastung sowie die wirtschaftlichen Interessen der Steinabbauunternehmen waren mit den Bedürfnissen der Bewohnerinnen und Bewohner nach Wohnkomfort und Lebensqualität zu verknüpfen.

Auch der Teilbereich Abbaulandschaft befasste sich mit Nachnutzungs- und Rekultivierungszielen. In dieser Arbeitsgruppe war die Betrachtung von zeitlichen Entwicklungshorizonten und möglichen Zwischennutzungen sowie Endzuständen von Bedeutung. Natur- und Trinkwasserschutz nahmen hier eine bedeutende Rolle ein.

Die Teilnehmer der Akteurswerkstatt verständigten sich darauf, dass bis zu den Sommerferien, in kleineren Werkstätten, gemeinsam Ideen und Konzepte entwickelt werden sollten. Diese sollten in der zweiten Hälfte des Jahres 2017 durch die Verwaltung und Planer ausgearbeitet werden.

Planungsphase - Unsere Zukunftsposition

Bürgerinnen und Bürger diskutieren mit Planer

Die Teilnehmer des Werkstattverfahrens, das im Juni 2016 startete, hatten sich bereits zu Beginn einem hohen Anspruch an Transparenz und Kooperation bei der Erstellung des städtebaulichen und freiraumplanerischen Rahmenplans verschrieben. Nach neun Terminen in gleichbleibender Arbeitsgemeinschaft wurden nun im Zukunftsmarkt die Ergebnisse und Übereinkünfte der Akteure der Öffentlichkeit vorgestellt und diskutiert.

Somit stellte der 12. Juni einen wichtigen Baustein der gesamten Planungswerkstatt zur Erstellung des Rahmenplans dar. Ziel der öffentlichen Veranstaltung war, den Warsteiner Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit zu geben, diese Überlegungen zu diskutieren und zu verbessern.

Hierzu fassten die Planer des Büros Schulten Stadt- und Raumentwicklung (SSR), ein Landschaftsarchitekt (dtp) und ein Verkehrsplaner (ptv) zunächst den Ist-Stand zusammen und stellten eine vorläufige Version des Rahmenplans vor („Rahmenplan Version 2.0“). An manchen Stellen wurde explizit auf die gutachterliche Expertise verwiesen, die nicht immer konsensfähig in der Gruppe der Akteure war, die aus Sicht der planenden Büros aber öffentlich reflektiert werden sollte. Der Zukunftsmarkt wurde im Anschluss an die Präsentation an mehreren Themenständen mit Bürgerinnen und Bürger sowie Planerinnen und Planern durchgeführt.

Rückblick Arbeitsgruppen

Ziel der Gruppenarbeit ausgewählter Akteure war es, kreative Lösungen zu diskutieren, konzeptionell zu arbeiten sowie die Ziele und Haltungen zu entscheidenden Themen abzuwägen. Durch die Kleingruppenarbeit wurden Themen voneinander getrennt werden, die nicht direkt miteinander zusammenhingen (wie bspw. die Steinabbaulogistik und die Innenstadtentwicklung). Die Ergebnisse dieses Abwägungsprozess dienten als Grundlage für unser weiteres Handeln und wurden in den drei Arbeitsgruppen vertieft.

Die Arbeitsgruppen tagten in diesem Jahr am 07. und 08. Februar 2017 sowie am 25. / 27. April und 05. Mai im Rathaus sowie im Gymnasium der Stadt Warstein, jeweils zwischen 18:00 und 21:00 Uhr. Frau Leitner (Fachbereichsleitung techn. Dienste der Stadt Warstein) begrüßte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie Gutachter, die in kurzen fachplanerischen Inputs die Grundlagen des Arbeitsprogramms darlegten.

Mit Blick auf das übergeordnete Ziel einer attraktiven und lebenswerten Innenstadt, wurde zunächst dargestellt, dass die bestimmenden Faktoren nicht auf das Thema Verkehr reduziert werden können. Vielmehr spielten Charakter und Charme der Gebäude und öffentlichen Räume sowie das Einzelhandelsangebot eine wichtige Rolle für Warstein. Um für die Entwicklung dieser Themen auch räumliche Spielräume in der Kernstadt zu gewinnen, wurden mehrere Varianten der verkehrlichen Entlastung miteinander verglichen. Diese erste Einschätzung der verkehrlichen Auswirkungen war Kern der ersten Arbeitsgruppe am 07. Februar 2017. Die Vor- und Nachteile der jeweiligen Varianten wurden Grundlage einer abschließenden Priorisierung und Empfehlung der Arbeitsgruppe. Vor einer solchen Priorisierung standen in der darauffolgenden Arbeitsgruppe die Umgestaltungsmöglichkeiten und Entwicklungspotenziale für die Innenstadt im Fokus.

Mit Blick auf die „Abbaugebiete“ und den Übergangsraum „Saum“ wurden Fragen der Rohstoffgewinnung sowie des Trinkwasser- und Naturschutzes ebenso besprochen, wie mögliche Nutzungsansprüche an den innenstadtnahen Freiraum. Auch in diesen Arbeitsgruppen, war die Abwägung und Konsensfindung Ziel der Veranstaltung. Die ersten Ergebnisse der fruchtbaren Diskussion lassen sich wie folgt zusammenfassen: Es bestand Einigkeit darin, dass in dem Werkstattverfahren die Grundlagen für eine Abgrabungs- und Folgenutzungsplanung entwickelt werden können. Die zweite Runde der Arbeitsgruppen stieg demnach in die räumliche Konkretisierung von Schwerpunktbereichen und Nutzungsinteressen ein.

Im Bereich des Saums, angrenzend an die Kernstadt, wurden die identifizierten Nutzungsansprüche der Bürgerinnen und Bürger in vier Schwerpunktbereichen weiter entwickelt. Diese Ansprüche an den Raum reichen von einer Schutzfunktion, bis hin zum Erhalt und der Entwicklung der typischen Warsteiner Kulturlandschaft.

Der öffentliche Zukunftsmarkt am 12. Juni 2017

Bürgermeister Dr. Schöne und Ortsvorsteher Herr Lange begrüßten die rund 100 Teilnehmer des Zukunftsmarktes am 12. Juni 2017 im Forum des Gymnasium Warsteins. In ihren jeweiligen Eingangsstatements setzten sie erste Impulse und Maßgaben für den Abend und den weiteren Prozess. Es wurde deutlich, dass es durchaus noch Reibungspunkte innerhalb der Gruppe aus lokalen Akteuren und Planern gab. Der endgültige Rahmenplan wird nicht immer auf hundertprozentige Zustimmung bauen können – wichtiger scheint, nicht weitere 30 Jahre zu diskutieren, sondern mit ersten Maßnahmen zügig voranzukommen.

Das interdisziplinäre Planungsteam stellte die ersten Ergebnisse anhand des sog. Rahmenplanes vor: Erste Entwicklungsziele und -schwerpunkte sowie räumliche Verbindungen und Entwicklungskorridore werden im Entwurf des Plans skizziert. Er diente der engeren Akteursgruppe sowie den Bürgern Warsteins als Diskussionsgrundlage und wurde im Anschluss an den Zukunftsmarkt fortgeschrieben.
Zum Entwurf Rahmenplan

Im Vordergrund des Rahmenplans steht, eine Vielzahl an Maßnahmen für definierte Räume aufzuzeigen. Auch zukünftig zu entwickelnde Projekte sollen dann immer Bezug auf die im Rahmenplan und Werkstattverfahren beschlossenen Ziele nehmen. Den dargestellten Stand für einzelne Teilräume sowie die Zusammenführung aller Ideen können Sie der Präsentation von SSR aus dem Downloadbereich entnehmen:
Zur Präsentation

Nach der Präsentation wurde an drei Themenständen mit den Bürgerinnen und Bürgern sowie den Planerinnen und Planern und Mitgliedern der Akteursrunde der Werkstatt zu den folgenden Themen / Bereichen diskutiert:

1.    Verkehr
2.    Innenstadt
3.    Saum und Abbaugebiete

Das Themenfeld Verkehr wurde schon im Vorfeld als einer der meist diskutierten Punkte des Werkstattverfahrens angesehen – die Diskussion mit den Teilnehmern des Zukunftsmarktes bestärkte diese Einschätzung. In der Diskussion wurde klar, dass keine Variante der Entlastung einen ähnlich großen Effekt haben kann, wie die Umgehungsstraße B55n, die in weite Ferne gerückt ist. Allen Teilnehmern war klar, dass es durch eine Umverteilung von Verkehrsströmen immer zu Entlastungs- und auch zu Belastungseffekten kommen wird. Ebenso wurde die Ansicht geteilt, dass vordringliches Ziel der Umlegung von Verkehr die Entlastung der Innenstadt zu Gunsten eines lebendigen Zentrums sein sollte – eine abschließende Abwägung und Bewertung der positiven und negativen Effekte konnte aber nicht erreicht werden.

Eindeutiger fiel die Bewertung der Ziele für den Radverkehr aus. Großer Konsens bestand darin, dass gute Rad und Fußwege dabei helfen sollen, eine bessere Alternative zum PKW zu finden. Die Einrichtung von Schutzstreifen und Radwegen wird ebenso positiv gesehen, wie eine durchgehende Querungshilfe im Kern der Innenstadt (Bereich Marktplatz).

Mit Blick auf das Themenfeld Innenstadt wurden die Merkmale eines lebendigen Zentrums weniger kontrovers diskutiert und ferner durch die Teilnehmer ergänzt. Aufenthaltsqualität, Flair und Ambiente waren für die Bürgerinnen und Bürger sehr wichtig. Neben Einzelhandel, Dienstleistungen und Gastronomie wurde das Thema Arbeiten weiter besprochen und als Option für (leerstehende, kleinere) Ladenlokale sowie in Kombination mit dringend benötigten neuen Wohnformen und -projekten betrachtet. Erholung, Gesundheit und Klimaschutz erweiterten das Verständnis einer lebendigen Innenstadt hin zu einer lebenswerten Stadt – diese Querschnittsthemen wurden auch in den anderen Teilräumen intensiver betrachtet.

Es wurde die Ansicht geteilt, dass auch nördlich der Rangestraße eine Stadterneuerung vorangetrieben werden muss. Die prägenden Gebäude sind zu erhalten, Leerstände zu bekämpfen und die Potenziale, wie etwa der Bullerteich einzubinden. Sichtachsen und visuelle Blickfänge, wie der Bereich St.-Michaels-Kreuz und Steinwände unterhalb des Oberhagens sind zu pflegen und zu inszenieren.

Für den weiteren Prozess wünschten sich die Teilnehmer eine Ehrlichkeit im Umgang mit der Hauptstraße. Welche Umbauspielräume gibt es überhaupt bei der Vielzahl an Restriktionen? Kann der Umbau erfolgen, wenn keine Alternativroute aktiv ausgebaut / weiterverfolgt wird?

Der Themenstand Saum und Abbaugebiete stellte die bisherigen Erfolge der Abstimmungsrunden der Akteure dar. Die Vereinbarung über ein zügig zu erstellendes Abbau- und Folgenutzungskonzeptes war zentrales Ergebnis für den Bereich der Abbaugebiete. Eine erste gemeinsame Bestandsaufnahme und der zugehörige Datenaustausch zwischen Stadt und Unternehmen sind bereits erfolgt.

Die Diskussionen im Bereich des Saums zwischen Innenstadt und Abbaugebieten drehte sich zu großen Teilen um die Möglichkeiten der Verminderung und Vermeidung von Belastungen durch die Abbautätigkeiten. Durch Windbremsen und Hecken sollte der Staubeintrag verringert werden. Die Idee der Planer und Akteure, ein Erlebnisband von der Innenstadt über den Piusberg bis zum Tüppel zu entwickeln, stieß auf großes Interesse, ebenso die Einbeziehung von Flächen, die in diesem direkten Übergangsbereich bis jetzt noch Abbaugebiete sind.

Das Risse-Gelände stellte einen weiteren wichtigen Verknüpfungsraum zwischen dem Saum und der Innenstadt dar und sollte dringend weiterentwickelt werden.

In einer Ausgangsbefragung wurden die Teilnehmer des Zukunftsmarktes noch einmal aufgefordert, den möglichen Erfolg nach Umsetzung der gezeigten Projekte für die Warsteiner Innenstadt einzuschätzen. Die Bewertung von ca. 40 Teilnehmern viel größtenteils positiv aus und zeigte, dass bereits zu diesem Zeitpunkt ein gewisses Vertrauen in die Projekte bestand. Insgesamt war den Besuchern wichtig, dass es mit der Planung weitergeht und in Zukunft Projekte tatsächlich umgesetzt werden.

Ergebnisphase

Das Werkstattverfahren, in dem Politik, Verwaltung, Bürgerschaft und Fachplanung seit zwei Jahren einen intensiven Planungs- und Diskussionsprozess mit dem Ziel führen, Warstein attraktiver und lebenswerter zu gestalten, ist in eine entscheidende Phase eingetreten.

Mit dem Bürgerforum am 17. April 2018 hat das Werkstattverfahren auf dem Weg zur Verabschiedung des Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (ISEK) für die Innenstadt von Warstein seinen Abschluss gefunden. Zugleich wurde auch bei dieser Gelegenheit wieder deutlich, dass eine intensive Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an Planungsprozessen in Warstein in Zukunft keineswegs an Bedeutung verliert: im Gegenteil! Denn alles, was nunmehr bei der Umsetzung des Entwicklungskonzepts an Maßnahmen ansteht, damit sich die Lebensqualität in der Warsteiner Innenstadt verbessert, soll in einem fortgeführten Beteiligungsprozess mit der Öffentlichkeit diskutiert werden. Dessen Qualität steht auf einer soliden Grundlage, haben doch viele engagierte Bürgerinnen und Bürger im zurückliegenden Werkstattverfahren bereits Kompetenzen und Wissen erworben, sich auch mit komplexen Fragen einer integrierten Stadtentwicklung zu befassen.

Bürgermeister Dr. Thomas Schöne begrüßte die vielen an der Entwicklung ihrer Stadt interessierten Menschen im Forum des Gymnasiums Warstein. Er konnte dem Publikum vom positiven Votum berichten, welches der Entwurf zum ISEK am Vorabend im Stadtentwicklungsausschuss bekommen hatte. Zwischenzeitlich hat auch der Stadtrat in seiner öffentlichen Sitzung am 7. Mai 2018 mit einem einstimmigen Beschluss das ISEK angenommen, welches nun der Bezirksregierung vorgelegt werden kann.

Auch Olaf Kasper, der für SSR Schulten Stadt- und Raumentwicklung am mehrjährigen Prozess des Werkstattverfahrens in Warstein mitgewirkt und nicht nur dieses letzte Bürgerforum vor Fertigstellung des ISEK moderiert hatte, sah im Bürgerforum vom 17. April 2018 weniger einen Schlusspunkt als eine gute Grundlage für die weitere Arbeit. Die im Juni 2017 im Rahmen des öffentlichen Zukunftsmarkts diskutierten Maßnahmen für die Innenstadt Warsteins, den „Saum“ und die Abbaugebiete waren zwischenzeitlich weiterentwickelt und in den Entwurf eines Rahmenplans eingebracht worden. Herr Kasper veranschaulichte dem Publikum noch einmal in einem kurzen Rückblick auf den abgelaufenen Prozess, welche einzelnen Schritte im Dialog mit der Öffentlichkeit bereits erfolgt sind, welche Ergebnisse bereits erzielt wurden und was die letzten Schritte auf dem Weg zum ISEK sein werden. Zu Letzterem zählt – sehr entscheidend für den erfolgreichen Abschluss des Prozesses – ein Termin bei der Bezirksregierung in Arnsberg, bei dem der nun vorliegende Entwurf hinsichtlich der Fördermöglichkeiten einzelner Maßnahmen durch das Land NRW erörtert wird, damit dieses Potenzial ausgeschöpft werden kann.

Zur Präsentation

Mit dem Bürgerforum vom 17. April 2018 wurden die Warsteinerinnen und Warsteiner also noch einmal umfassend mit dem aktuellen Stand der Dinge vertraut gemacht. Denn es wird in Zukunft darum gehen, die Umsetzung des umfangreichen Maßnahmenprogramms gemeinsam in den Blick zu nehmen, damit das breite Wissen vor Ort und alle berechtigten Interessen weiterhin in diesen Prozess einfließen können.

Zur leichteren Orientierung im breiten Feld möglicher Entwicklungsmaßnahmen in Warstein bestand im Anschluss an die Einführung Gelegenheit, sich auf einem Projektmarkt an insgesamt sieben „Marktständen“ zu verschiedenen Maßnahmenkomplexen zu informieren:

    Fassaden- und Hofprogramm
    Verfügungsfonds
    Wettbewerb Marktplatz und Dr.-Segin-Platz
    Domquartier
    Innenstadt
    Verkehr
    Saum / Folgenutzungskonzept

An den drei erstgenannten „Marktständen“ konnten Projekte präsentiert werden, die sich auf Grundlage des Integrierten Handlungskonzeptes aus dem Jahr 2015 (Büro Junker + Kruse) bereits in Umsetzung befinden: Beim Fassaden- und Hofprogramm sowie beim Verfügungsfonds handelt es sich dabei um ausgesprochene „Mitmach-Projekte“, bei denen das private Engagement gefragt ist und dieses mit öffentlichen Mitteln unterstützt wird. Auch im Vorfeld des im Sommer 2018 anstehenden Gestaltungswettbewerbs für den Marktplatz und Dr.-Segin-Platz besteht für die Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, den Planerteams „noch etwas mit auf den Weg zu geben“.

Am Stand zum Domquartier schließlich wurde der Planungsstand einer bedeutenden privaten Investition im Herzen der Innenstadt Warsteins präsentiert.

Die drei übrigen Marktstände behandelten das Werkstattverfahren im engeren Sinne und stellten noch einmal die zentralen Ergebnisse dieses Planungs- und Beteiligungsprozesses vor:

    die Entwicklung der Innenstadt und die Neugestaltung der Ortsdurchfahrt;
    die Gestaltung des „Saums“, d.h. der Pufferzone zwischen der Innenstadt und den  Steinabbaugebieten;
    ein Folgenutzungskonzept für ehemalige Steinabbaugebiete.

Für den Teilraum „Innenstadt“ wird es insbesondere darum gehen, die Hauptstraße – und damit die zentrale Ortsdurchfahrt in Warstein – umzubauen und neu zu gestalten. Hier stellen sich größere Herausforderungen, indem zur Verbesserung der Nahmobilität an der Hauptstraße u.a. Radstreifen und Querungshilfen angelegt werden sollen. Zur Verbesserung von Aufenthaltsqualität und Nutzungsvielfalt bieten sich in der Innenstadt weitere Maßnahmen an, etwa die Aufwertung der Gewässer in der Innenstadt (Wäster, Bullerteich, Quellen unter „Trockels Knäppchen“) und des Quartiers am Müschederweg. Diese Maßnahmen gehen Hand in Hand mit den bereits laufenden Aktivitäten im Zentrum Warsteins, wie sie oben vorgestellt wurden.

Für den zweiten Teilraum, den „Saum“ zwischen der Innenstadt und den großen Steinabbaugebieten im Osten und Süden der Stadt, stellt sich die Aufgabe, ihn in seiner Puffer- und Schutzfunktion zu stärken und zugleich als zusammenhängenden Erlebnisraum weiter zu qualifizieren: Im nördlichen Bereich soll die vorhandene Kulturlandschaft über Pflanzmaßnahmen bereichert und gegliedert werden, welche auch die angrenzenden Steinbrüche optisch einbinden und Staub abschirmen. Im südlichen Teil des Saums sind u.a. mit dem Aussichtspunkt Piusberg, dem Klettergebiet am Hillenberg, der Warsteiner Welt und dem Tüppel bereits vielfältige Attraktionen anzutreffen, die es über das Maßnahmenprogramm weiterzuentwickeln und über Freizeitwege mit Aufenthaltsmöglichkeiten besser untereinander und mit der Innenstadt Warsteins zu vernetzen gilt. Ein zentraler Baustein hierbei wäre auch ein Brückenschlag über das Rangetal, um den nördlichen und den südlichen Bereich des „Saums“ miteinander zu verbinden. Die Machbarkeit einer solchen „großen Lösung“ ist allerdings zunächst noch zu prüfen.

Für den dritten Schwerpunktraum, die Steinabbaugebiete im Osten und Süden der Stadt, konnten im Zuge des Werkstattstattverfahren Rahmenbedingungen für ein Folgenutzungskonzept vereinbart werden. Stadt, Politik, Steinabbauunternehmen und Naturschutzverbände haben bereits eine enge Zusammenarbeit begonnen. Kurzfristig umsetzbare, ggf. auch temporäre Maßnahmen befinden sich in der Abstimmung, damit sich relativ schnell spürbare Verbesserungen zeigen (Begrünungen, Schaffung von „Natur auf Zeit“).

Zum Abschluss des Bürgerforums brachte Ortsvorsteher Dietmar Lange seine Zufriedenheit darüber zum Ausdruck, dass endlich etwas passiere und alle Repräsentanten unterschiedlicher Interessen „an einen Tisch“ gekommen seien. Auch wenn einige Nutzungskonflikte damit noch nicht gelöst seien und man sich im Zuge des Werkstattverfahrens auf der einen oder anderen Seite auch „schmerzlich“ von lang gehegten Vorstellungen verabschieden musste, so stünden die positiven Aussichten doch im Vordergrund: statt auf die großen Lösungen in ferner Zukunft zu hoffen nunmehr die greifbaren Chancen für kurzfristige Verbesserungen zu nutzen.

Zum Maßnahmenprogramm ISEK