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Außenbereich der Allwetterbades (Foto: Sabrinity)
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Ergebnisphase

Das Werkstattverfahren, in dem Politik, Verwaltung, Bürgerschaft und Fachplanung seit zwei Jahren einen intensiven Planungs- und Diskussionsprozess mit dem Ziel führen, Warstein attraktiver und lebenswerter zu gestalten, ist in eine entscheidende Phase eingetreten.

Mit dem Bürgerforum am 17. April 2018 hat das Werkstattverfahren auf dem Weg zur Verabschiedung des Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (ISEK) für die Innenstadt von Warstein seinen Abschluss gefunden. Zugleich wurde auch bei dieser Gelegenheit wieder deutlich, dass eine intensive Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an Planungsprozessen in Warstein in Zukunft keineswegs an Bedeutung verliert: im Gegenteil! Denn alles, was nunmehr bei der Umsetzung des Entwicklungskonzepts an Maßnahmen ansteht, damit sich die Lebensqualität in der Warsteiner Innenstadt verbessert, soll in einem fortgeführten Beteiligungsprozess mit der Öffentlichkeit diskutiert werden. Dessen Qualität steht auf einer soliden Grundlage, haben doch viele engagierte Bürgerinnen und Bürger im zurückliegenden Werkstattverfahren bereits Kompetenzen und Wissen erworben, sich auch mit komplexen Fragen einer integrierten Stadtentwicklung zu befassen.

Bürgermeister Dr. Thomas Schöne begrüßte die vielen an der Entwicklung ihrer Stadt interessierten Menschen im Forum des Gymnasiums Warstein. Er konnte dem Publikum vom positiven Votum berichten, welches der Entwurf zum ISEK am Vorabend im Stadtentwicklungsausschuss bekommen hatte. Zwischenzeitlich hat auch der Stadtrat in seiner öffentlichen Sitzung am 7. Mai 2018 mit einem einstimmigen Beschluss das ISEK angenommen, welches nun der Bezirksregierung vorgelegt werden kann.

Auch Olaf Kasper, der für SSR Schulten Stadt- und Raumentwicklung am mehrjährigen Prozess des Werkstattverfahrens in Warstein mitgewirkt und nicht nur dieses letzte Bürgerforum vor Fertigstellung des ISEK moderiert hatte, sah im Bürgerforum vom 17. April 2018 weniger einen Schlusspunkt als eine gute Grundlage für die weitere Arbeit. Die im Juni 2017 im Rahmen des öffentlichen Zukunftsmarkts diskutierten Maßnahmen für die Innenstadt Warsteins, den „Saum“ und die Abbaugebiete waren zwischenzeitlich weiterentwickelt und in den Entwurf eines Rahmenplans eingebracht worden. Herr Kasper veranschaulichte dem Publikum noch einmal in einem kurzen Rückblick auf den abgelaufenen Prozess, welche einzelnen Schritte im Dialog mit der Öffentlichkeit bereits erfolgt sind, welche Ergebnisse bereits erzielt wurden und was die letzten Schritte auf dem Weg zum ISEK sein werden. Zu Letzterem zählt – sehr entscheidend für den erfolgreichen Abschluss des Prozesses – ein Termin bei der Bezirksregierung in Arnsberg, bei dem der nun vorliegende Entwurf hinsichtlich der Fördermöglichkeiten einzelner Maßnahmen durch das Land NRW erörtert wird, damit dieses Potenzial ausgeschöpft werden kann.

Zur Präsentation

Mit dem Bürgerforum vom 17. April 2018 wurden die Warsteinerinnen und Warsteiner also noch einmal umfassend mit dem aktuellen Stand der Dinge vertraut gemacht. Denn es wird in Zukunft darum gehen, die Umsetzung des umfangreichen Maßnahmenprogramms gemeinsam in den Blick zu nehmen, damit das breite Wissen vor Ort und alle berechtigten Interessen weiterhin in diesen Prozess einfließen können.

Zur leichteren Orientierung im breiten Feld möglicher Entwicklungsmaßnahmen in Warstein bestand im Anschluss an die Einführung Gelegenheit, sich auf einem Projektmarkt an insgesamt sieben „Marktständen“ zu verschiedenen Maßnahmenkomplexen zu informieren:

    Fassaden- und Hofprogramm
    Verfügungsfonds
    Wettbewerb Marktplatz und Dr.-Segin-Platz
    Domquartier
    Innenstadt
    Verkehr
    Saum / Folgenutzungskonzept

An den drei erstgenannten „Marktständen“ konnten Projekte präsentiert werden, die sich auf Grundlage des Integrierten Handlungskonzeptes aus dem Jahr 2015 (Büro Junker + Kruse) bereits in Umsetzung befinden: Beim Fassaden- und Hofprogramm sowie beim Verfügungsfonds handelt es sich dabei um ausgesprochene „Mitmach-Projekte“, bei denen das private Engagement gefragt ist und dieses mit öffentlichen Mitteln unterstützt wird. Auch im Vorfeld des im Sommer 2018 anstehenden Gestaltungswettbewerbs für den Marktplatz und Dr.-Segin-Platz besteht für die Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, den Planerteams „noch etwas mit auf den Weg zu geben“.

Am Stand zum Domquartier schließlich wurde der Planungsstand einer bedeutenden privaten Investition im Herzen der Innenstadt Warsteins präsentiert.

Die drei übrigen Marktstände behandelten das Werkstattverfahren im engeren Sinne und stellten noch einmal die zentralen Ergebnisse dieses Planungs- und Beteiligungsprozesses vor:

    die Entwicklung der Innenstadt und die Neugestaltung der Ortsdurchfahrt;
    die Gestaltung des „Saums“, d.h. der Pufferzone zwischen der Innenstadt und den  Steinabbaugebieten;
    ein Folgenutzungskonzept für ehemalige Steinabbaugebiete.

Für den Teilraum „Innenstadt“ wird es insbesondere darum gehen, die Hauptstraße – und damit die zentrale Ortsdurchfahrt in Warstein – umzubauen und neu zu gestalten. Hier stellen sich größere Herausforderungen, indem zur Verbesserung der Nahmobilität an der Hauptstraße u.a. Radstreifen und Querungshilfen angelegt werden sollen. Zur Verbesserung von Aufenthaltsqualität und Nutzungsvielfalt bieten sich in der Innenstadt weitere Maßnahmen an, etwa die Aufwertung der Gewässer in der Innenstadt (Wäster, Bullerteich, Quellen unter „Trockels Knäppchen“) und des Quartiers am Müschederweg. Diese Maßnahmen gehen Hand in Hand mit den bereits laufenden Aktivitäten im Zentrum Warsteins, wie sie oben vorgestellt wurden.

Für den zweiten Teilraum, den „Saum“ zwischen der Innenstadt und den großen Steinabbaugebieten im Osten und Süden der Stadt, stellt sich die Aufgabe, ihn in seiner Puffer- und Schutzfunktion zu stärken und zugleich als zusammenhängenden Erlebnisraum weiter zu qualifizieren: Im nördlichen Bereich soll die vorhandene Kulturlandschaft über Pflanzmaßnahmen bereichert und gegliedert werden, welche auch die angrenzenden Steinbrüche optisch einbinden und Staub abschirmen. Im südlichen Teil des Saums sind u.a. mit dem Aussichtspunkt Piusberg, dem Klettergebiet am Hillenberg, der Warsteiner Welt und dem Tüppel bereits vielfältige Attraktionen anzutreffen, die es über das Maßnahmenprogramm weiterzuentwickeln und über Freizeitwege mit Aufenthaltsmöglichkeiten besser untereinander und mit der Innenstadt Warsteins zu vernetzen gilt. Ein zentraler Baustein hierbei wäre auch ein Brückenschlag über das Rangetal, um den nördlichen und den südlichen Bereich des „Saums“ miteinander zu verbinden. Die Machbarkeit einer solchen „großen Lösung“ ist allerdings zunächst noch zu prüfen.

Für den dritten Schwerpunktraum, die Steinabbaugebiete im Osten und Süden der Stadt, konnten im Zuge des Werkstattstattverfahren Rahmenbedingungen für ein Folgenutzungskonzept vereinbart werden. Stadt, Politik, Steinabbauunternehmen und Naturschutzverbände haben bereits eine enge Zusammenarbeit begonnen. Kurzfristig umsetzbare, ggf. auch temporäre Maßnahmen befinden sich in der Abstimmung, damit sich relativ schnell spürbare Verbesserungen zeigen (Begrünungen, Schaffung von „Natur auf Zeit“).

Zum Abschluss des Bürgerforums brachte Ortsvorsteher Dietmar Lange seine Zufriedenheit darüber zum Ausdruck, dass endlich etwas passiere und alle Repräsentanten unterschiedlicher Interessen „an einen Tisch“ gekommen seien. Auch wenn einige Nutzungskonflikte damit noch nicht gelöst seien und man sich im Zuge des Werkstattverfahrens auf der einen oder anderen Seite auch „schmerzlich“ von lang gehegten Vorstellungen verabschieden musste, so stünden die positiven Aussichten doch im Vordergrund: statt auf die großen Lösungen in ferner Zukunft zu hoffen nunmehr die greifbaren Chancen für kurzfristige Verbesserungen zu nutzen.

Zum Maßnahmenprogramm ISEK