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Planungsphase - Unsere Zukunftsposition

Bürgerinnen und Bürger diskutieren mit Planer

Die Teilnehmer des Werkstattverfahrens, das im Juni 2016 startete, hatten sich bereits zu Beginn einem hohen Anspruch an Transparenz und Kooperation bei der Erstellung des städtebaulichen und freiraumplanerischen Rahmenplans verschrieben. Nach neun Terminen in gleichbleibender Arbeitsgemeinschaft wurden nun im Zukunftsmarkt die Ergebnisse und Übereinkünfte der Akteure der Öffentlichkeit vorgestellt und diskutiert.

Somit stellte der 12. Juni einen wichtigen Baustein der gesamten Planungswerkstatt zur Erstellung des Rahmenplans dar. Ziel der öffentlichen Veranstaltung war, den Warsteiner Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit zu geben, diese Überlegungen zu diskutieren und zu verbessern.

Hierzu fassten die Planer des Büros Schulten Stadt- und Raumentwicklung (SSR), ein Landschaftsarchitekt (dtp) und ein Verkehrsplaner (ptv) zunächst den Ist-Stand zusammen und stellten eine vorläufige Version des Rahmenplans vor („Rahmenplan Version 2.0“). An manchen Stellen wurde explizit auf die gutachterliche Expertise verwiesen, die nicht immer konsensfähig in der Gruppe der Akteure war, die aus Sicht der planenden Büros aber öffentlich reflektiert werden sollte. Der Zukunftsmarkt wurde im Anschluss an die Präsentation an mehreren Themenständen mit Bürgerinnen und Bürger sowie Planerinnen und Planern durchgeführt.

Rückblick Arbeitsgruppen

Ziel der Gruppenarbeit ausgewählter Akteure war es, kreative Lösungen zu diskutieren, konzeptionell zu arbeiten sowie die Ziele und Haltungen zu entscheidenden Themen abzuwägen. Durch die Kleingruppenarbeit wurden Themen voneinander getrennt werden, die nicht direkt miteinander zusammenhingen (wie bspw. die Steinabbaulogistik und die Innenstadtentwicklung). Die Ergebnisse dieses Abwägungsprozess dienten als Grundlage für unser weiteres Handeln und wurden in den drei Arbeitsgruppen vertieft.

Die Arbeitsgruppen tagten in diesem Jahr am 07. und 08. Februar 2017 sowie am 25. / 27. April und 05. Mai im Rathaus sowie im Gymnasium der Stadt Warstein, jeweils zwischen 18:00 und 21:00 Uhr. Frau Leitner (Fachbereichsleitung techn. Dienste der Stadt Warstein) begrüßte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie Gutachter, die in kurzen fachplanerischen Inputs die Grundlagen des Arbeitsprogramms darlegten.

Mit Blick auf das übergeordnete Ziel einer attraktiven und lebenswerten Innenstadt, wurde zunächst dargestellt, dass die bestimmenden Faktoren nicht auf das Thema Verkehr reduziert werden können. Vielmehr spielten Charakter und Charme der Gebäude und öffentlichen Räume sowie das Einzelhandelsangebot eine wichtige Rolle für Warstein. Um für die Entwicklung dieser Themen auch räumliche Spielräume in der Kernstadt zu gewinnen, wurden mehrere Varianten der verkehrlichen Entlastung miteinander verglichen. Diese erste Einschätzung der verkehrlichen Auswirkungen war Kern der ersten Arbeitsgruppe am 07. Februar 2017. Die Vor- und Nachteile der jeweiligen Varianten wurden Grundlage einer abschließenden Priorisierung und Empfehlung der Arbeitsgruppe. Vor einer solchen Priorisierung standen in der darauffolgenden Arbeitsgruppe die Umgestaltungsmöglichkeiten und Entwicklungspotenziale für die Innenstadt im Fokus.

Mit Blick auf die „Abbaugebiete“ und den Übergangsraum „Saum“ wurden Fragen der Rohstoffgewinnung sowie des Trinkwasser- und Naturschutzes ebenso besprochen, wie mögliche Nutzungsansprüche an den innenstadtnahen Freiraum. Auch in diesen Arbeitsgruppen, war die Abwägung und Konsensfindung Ziel der Veranstaltung. Die ersten Ergebnisse der fruchtbaren Diskussion lassen sich wie folgt zusammenfassen: Es bestand Einigkeit darin, dass in dem Werkstattverfahren die Grundlagen für eine Abgrabungs- und Folgenutzungsplanung entwickelt werden können. Die zweite Runde der Arbeitsgruppen stieg demnach in die räumliche Konkretisierung von Schwerpunktbereichen und Nutzungsinteressen ein.

Im Bereich des Saums, angrenzend an die Kernstadt, wurden die identifizierten Nutzungsansprüche der Bürgerinnen und Bürger in vier Schwerpunktbereichen weiter entwickelt. Diese Ansprüche an den Raum reichen von einer Schutzfunktion, bis hin zum Erhalt und der Entwicklung der typischen Warsteiner Kulturlandschaft.

Der öffentliche Zukunftsmarkt am 12. Juni 2017

Bürgermeister Dr. Schöne und Ortsvorsteher Herr Lange begrüßten die rund 100 Teilnehmer des Zukunftsmarktes am 12. Juni 2017 im Forum des Gymnasium Warsteins. In ihren jeweiligen Eingangsstatements setzten sie erste Impulse und Maßgaben für den Abend und den weiteren Prozess. Es wurde deutlich, dass es durchaus noch Reibungspunkte innerhalb der Gruppe aus lokalen Akteuren und Planern gab. Der endgültige Rahmenplan wird nicht immer auf hundertprozentige Zustimmung bauen können – wichtiger scheint, nicht weitere 30 Jahre zu diskutieren, sondern mit ersten Maßnahmen zügig voranzukommen.

Das interdisziplinäre Planungsteam stellte die ersten Ergebnisse anhand des sog. Rahmenplanes vor: Erste Entwicklungsziele und -schwerpunkte sowie räumliche Verbindungen und Entwicklungskorridore werden im Entwurf des Plans skizziert. Er diente der engeren Akteursgruppe sowie den Bürgern Warsteins als Diskussionsgrundlage und wurde im Anschluss an den Zukunftsmarkt fortgeschrieben.
Zum Entwurf Rahmenplan

Im Vordergrund des Rahmenplans steht, eine Vielzahl an Maßnahmen für definierte Räume aufzuzeigen. Auch zukünftig zu entwickelnde Projekte sollen dann immer Bezug auf die im Rahmenplan und Werkstattverfahren beschlossenen Ziele nehmen. Den dargestellten Stand für einzelne Teilräume sowie die Zusammenführung aller Ideen können Sie der Präsentation von SSR aus dem Downloadbereich entnehmen:
Zur Präsentation

Nach der Präsentation wurde an drei Themenständen mit den Bürgerinnen und Bürgern sowie den Planerinnen und Planern und Mitgliedern der Akteursrunde der Werkstatt zu den folgenden Themen / Bereichen diskutiert:

1.    Verkehr
2.    Innenstadt
3.    Saum und Abbaugebiete

Das Themenfeld Verkehr wurde schon im Vorfeld als einer der meist diskutierten Punkte des Werkstattverfahrens angesehen – die Diskussion mit den Teilnehmern des Zukunftsmarktes bestärkte diese Einschätzung. In der Diskussion wurde klar, dass keine Variante der Entlastung einen ähnlich großen Effekt haben kann, wie die Umgehungsstraße B55n, die in weite Ferne gerückt ist. Allen Teilnehmern war klar, dass es durch eine Umverteilung von Verkehrsströmen immer zu Entlastungs- und auch zu Belastungseffekten kommen wird. Ebenso wurde die Ansicht geteilt, dass vordringliches Ziel der Umlegung von Verkehr die Entlastung der Innenstadt zu Gunsten eines lebendigen Zentrums sein sollte – eine abschließende Abwägung und Bewertung der positiven und negativen Effekte konnte aber nicht erreicht werden.

Eindeutiger fiel die Bewertung der Ziele für den Radverkehr aus. Großer Konsens bestand darin, dass gute Rad und Fußwege dabei helfen sollen, eine bessere Alternative zum PKW zu finden. Die Einrichtung von Schutzstreifen und Radwegen wird ebenso positiv gesehen, wie eine durchgehende Querungshilfe im Kern der Innenstadt (Bereich Marktplatz).

Mit Blick auf das Themenfeld Innenstadt wurden die Merkmale eines lebendigen Zentrums weniger kontrovers diskutiert und ferner durch die Teilnehmer ergänzt. Aufenthaltsqualität, Flair und Ambiente waren für die Bürgerinnen und Bürger sehr wichtig. Neben Einzelhandel, Dienstleistungen und Gastronomie wurde das Thema Arbeiten weiter besprochen und als Option für (leerstehende, kleinere) Ladenlokale sowie in Kombination mit dringend benötigten neuen Wohnformen und -projekten betrachtet. Erholung, Gesundheit und Klimaschutz erweiterten das Verständnis einer lebendigen Innenstadt hin zu einer lebenswerten Stadt – diese Querschnittsthemen wurden auch in den anderen Teilräumen intensiver betrachtet.

Es wurde die Ansicht geteilt, dass auch nördlich der Rangestraße eine Stadterneuerung vorangetrieben werden muss. Die prägenden Gebäude sind zu erhalten, Leerstände zu bekämpfen und die Potenziale, wie etwa der Bullerteich einzubinden. Sichtachsen und visuelle Blickfänge, wie der Bereich St.-Michaels-Kreuz und Steinwände unterhalb des Oberhagens sind zu pflegen und zu inszenieren.

Für den weiteren Prozess wünschten sich die Teilnehmer eine Ehrlichkeit im Umgang mit der Hauptstraße. Welche Umbauspielräume gibt es überhaupt bei der Vielzahl an Restriktionen? Kann der Umbau erfolgen, wenn keine Alternativroute aktiv ausgebaut / weiterverfolgt wird?

Der Themenstand Saum und Abbaugebiete stellte die bisherigen Erfolge der Abstimmungsrunden der Akteure dar. Die Vereinbarung über ein zügig zu erstellendes Abbau- und Folgenutzungskonzeptes war zentrales Ergebnis für den Bereich der Abbaugebiete. Eine erste gemeinsame Bestandsaufnahme und der zugehörige Datenaustausch zwischen Stadt und Unternehmen sind bereits erfolgt.

Die Diskussionen im Bereich des Saums zwischen Innenstadt und Abbaugebieten drehte sich zu großen Teilen um die Möglichkeiten der Verminderung und Vermeidung von Belastungen durch die Abbautätigkeiten. Durch Windbremsen und Hecken sollte der Staubeintrag verringert werden. Die Idee der Planer und Akteure, ein Erlebnisband von der Innenstadt über den Piusberg bis zum Tüppel zu entwickeln, stieß auf großes Interesse, ebenso die Einbeziehung von Flächen, die in diesem direkten Übergangsbereich bis jetzt noch Abbaugebiete sind.

Das Risse-Gelände stellte einen weiteren wichtigen Verknüpfungsraum zwischen dem Saum und der Innenstadt dar und sollte dringend weiterentwickelt werden.

In einer Ausgangsbefragung wurden die Teilnehmer des Zukunftsmarktes noch einmal aufgefordert, den möglichen Erfolg nach Umsetzung der gezeigten Projekte für die Warsteiner Innenstadt einzuschätzen. Die Bewertung von ca. 40 Teilnehmern viel größtenteils positiv aus und zeigte, dass bereits zu diesem Zeitpunkt ein gewisses Vertrauen in die Projekte bestand. Insgesamt war den Besuchern wichtig, dass es mit der Planung weitergeht und in Zukunft Projekte tatsächlich umgesetzt werden.