Dabei gab es Ausleihsteigerungen in beinahe allen Medienbereichen, besonders bei Romanen und Kinderbüchern sowie bei den "Tonies" und bei der Nutzung der Onleihe. Nur die CD- und Sachbuchausleihen sind rückläufig. "Hier zeigt sich deutlich, dass das Musik-Streaming sich immer stärker durchsetzt und sachliche Recherchen immer mehr im Internet durchgeführt werden – KI macht es möglich…", so Angelika Krüger.
Der Medienbestand konnte im vergangenen Jahr auf einem aktuellen Stand gehalten werden: von Sebastian Fitzeks "Der Nachbar" über Ken Folletts "Stonehenge" bis zu Susanne Abels "Du musst meine Hand fester halten, No. 104" sind neue, aktuelle Romane in großer Zahl angeschafft worden. Außerdem wurde der Ratgeberbestand für junge Eltern ausgebaut. "Junge Familien sind eine wichtige Zielgruppe der Bücherei. Es ist erwiesen, dass Kinder, denen viel vorgelesen wird für die Kita, die Schule und den Alltag besser gewappnet sind als Kinder, die wenig Kontakt mit Büchern haben", betont Krüger. "Daher investieren wir seit einigen Jahren viel in Papp-Bilderbücher, um auch schon die Jüngsten an Bücher heranzuführen."
Auch die "Onleihe24", die zum digitalen Medienbestand der Bücherei gehört, wurde stark erweitert. Mit mittlerweile über 90.000 ausleihbaren Medien übersteigt sie den analogen Bestand der Bücherei um das Neunfache. Ein Viertel aller Ausleihen geht mittlerweile auf ihr Konto. "Die Warsteiner scheinen sehr technik-affin zu sein", stellt Krüger fest, "denn in Bibliotheken aus vergleichbar großen Städten sind die Ausleihzahlen bei der Onleihe meist deutlich geringer."
Neu ist eine Onleihe-Beratung durch eine Mitarbeiterin der Bücherei. Immer donnerstags von 17 bis 18 Uhr hilft sie Leserinnen und Lesern bei ihren Fragen rund um die Onleihe und gibt Hilfestellung dabei, die Onleihe auf das Tablet, Smartphone oder den E-Reader zu bekommen. "Eine Anmeldung in der Bücherei ist hierfür erforderlich, damit die Kollegin genug Zeit für alle Fragen hat", erläutert Krüger.
2025 war für die Bücherei ein trubeliges Jahr: "40 Veranstaltungen im ganzen Jahr mit rund 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern – das heißt, dass bei uns in beinahe jeder Woche etwas los war," rechnet Krüger vor. Sie verweist auf die Zusammenarbeit mit den Kindertageseinrichtungen, wo die Dreijährigen zum "Lesestart" und die "Schulkinder" zum "Büchereiführerschein" kommen. Es gab Bastelveranstaltungen für Kinder und Erwachsene; ganz neu die "Vorlese- und Bastelzeit" für vier- bis sechsjährige Kinder mit Annika Mertens. Die Zusammenarbeit mit den Schulen läuft gut: Für die Sekundarschüler ist jeden Donnerstag "Büchereizeit". Dann besuchen die Schülerinnen und Schüler in ihrer Mittagspause die Bücherei.
Die Drittklässler der Westerbergschule haben in der Unterrichtseinheit "Programmieren mit dem blauen Elefanten" erste Regeln zum Schreiben von Programmen kennengelernt. Die "Klönzeit" der Caritas, die mittwochs in den Räumen bzw. draußen auf der Bank der Bücherei stattfindet, ist immer gut besucht und ein Baustein gegen Einsamkeit im Alter. Ein Highlight schließlich war im vergangenen Jahr die Reihe "Sonntags in der Bibliothek". Autoren, Puppenspieler und ein Zauberer waren in der Bücherei zu Gast und bereicherten so die Veranstaltungsarbeit.
"Sonntags in der Bibliothek" wird leider nicht fortgesetzt, da das Land NRW die Förderung eingestellt hat. "Wir bedauern das sehr. Alle Veranstaltungen waren ausgebucht und viele haben nach einer Fortsetzung des Programms gefragt. Aber ohne Landesförderung können wir die Veranstaltungen leider nicht mehr anbieten. Trotzdem hoffen wir, dass auch 2026 ein erfolgreiches Jahr wird und die Bücherei sich als Treffpunkt und Veranstaltungsort immer mehr etabliert", so Krüger.



