Die Lippstädter Ausstellung – eine Kooperationsarbeit des Lippstädter Stadtarchivs und des Stadtmuseums – betritt weitgehend museales Neuland, zeigt sie doch, wie man in Lippstadt und in der Umgebung mit der Entdeckung neuer Länder und Kontinente umging und über welche Mittel und Wege man mit bislang unbekannten Gegenden, der andersartigen Natur, den Menschen und ihrer Kultur in Kontakt getreten ist. Auch widmet sich die Ausstellung dem historischen Wandel im Umgang mit dem Anderen. Sie geht den lokalen Spuren bis heute und den neu auszulotenden Gratwanderungen nach und bietet auch einen kritischen Blick auf die Kolonialzeit.
Für Bürgerinnen und Bürger der Stadt Warstein besonders interessant: Exponate aus der Sammlung Loag. Die normalerweise im Allagener Haus Dassel gezeigten Gegenstände, unter anderem afrikanische Speere, Werkzeuge und zwei Riesenschildkrötenpanzer, waren bereits 1908 Teil einer Kolonialausstellung in Lippstadt. Der Allagener Josef Loag hatte diese aus den deutschen "Schutzgebieten" Neuguinea und Kamerun mitgebracht, wo er mehrere Jahre auf Plantagen als Pflanzer gearbeitet hatte. "Die Stadt Warstein freut sich, dass auch Exponate aus dem Stadtgebiet in der Ausstellung gezeigt werden", betont Bürgermeister Maximilian Spinnrath. "Ihre Einbettung in die gesamte Ausstellung ermöglicht zudem einen kritischen Umgang mit kolonialen Kontexten." Zudem sei die Kooperation mit der Stadt Lippstadt ein weiteres Beispiel für gelebte interkommunale Zusammenarbeit.



