Jotte Theo’sdoron Hanebold wurde 1961 in Belecke geboren und nennt sich heute selbst "Hauptschüler-Autodidakt". Sein "Brotberuf" ist Fachkrankenpfleger für Intensivpflege und Anästhesie, das Staatsexamen dafür hat er mit 59 Jahren erlangt, und er arbeitete an der Uniklinik in Köln. Aktuell wohnt er wieder in Belecke, um gemeinsam mit seiner Schwester seine Mutter zu pflegen.
1999 ist er in die humanitäre Hilfe ins Ausland gegangen, in Krisengebiete, also Gegenden, aus denen Menschen fliehen, wenn sie können. Zunächst ging er als Pfleger nach Prizren im Kosovo, um dort im Nachkriegsland Kinder durch mobile Kliniken mit Medizin zu versorgen. "Die Wucht der Ereignisse hatte ich nicht erwartet. Ich habe das Erlebte zunächst in Gedichten verarbeitet. Später, 2002 in Nazran/Inguschetien in der Russischen Föderation, habe ich Künstler gesehen, die in Parks malten. Das habe ich dann für mich entdeckt", so Jotte T. Hanebold.
Zunächst handelte es sich um experimentelles Malen, das Ausprobieren "was kann ich alles malen?" und wie kann Erlebtes in die Bilder einfließen. Hanebold kam bei seinen Einsätzen nach Israel und Palästina, Pakistan und auch zum Ebola-Einsätzen in West-Afrika, so dass er insgesamt zehn Jahre im Ausland gelebt hat, "mit gänzlich neuen Erfahrungen, Begebenheiten und Begegnungen, aber auch mit Bildern von Elend, Not und Verzweiflung", die alles veränderten.
"Malen ist mein Lohn für gelebte Hilfe. Zuerst mit Acryl und dann mit Mut zum Öl wurde das Malen zu meiner Leidenschaft. Seit 2015 male ich kontinuierlich", so der Künstler. Dabei sind seine Bilder keinesfalls düster und traurig, im Gegenteil: Durch ihre kräftigen und ausdrucksstarken Farben und die sehr hintergründigen Themen packen seine Bilder die Betrachterinnen und Betrachter, machen nachdenklich, regen zu Interpretationen an – und zeigen in der Tiefe immer wieder Optimismus, den Wunsch nach Frieden, Lebenslust, Miteinander, Spiritualität und gleichzeitig die Mahnung, die Schöpfung zu bewahren. Jotte T. Hanebold unterstreicht: "Der Himmel soll Leben symbolisieren, deshalb bin ich für bunte Farben. Malen ist Fantasie und Magie, die den Betrachter faszinieren. Als Künstler möchte ich erreichen, dass die Betrachterinnen und Betrachter sich inspiriert fühlen und sich zur Reflektion aufgefordert fühlen."
Jotte T. Hanebold zeigt insgesamt 35 Bilder im Bürgersaal des Rathauses. Er betont, dass es für ihn etwas ganz Besonderes ist, seine Bilder in der Heimatstadt auszustellen: "Das ist einzigartig. Die Stadt Warstein hat mich auch in all den Jahren im Ausland stets begleitet – nicht zuletzt, weil es sogar im Nordkaukasus Warsteiner Bier zu trinken gab. Ich hoffe, dass meine Bilder den Betrachterinnen und Betrachtern gefallen, und dass sie nie müde werden, sie anzuschauen."
Bürgermeister Maximilian Spinnrath: "Ich freue mich, dass in den Sommermonaten unser Bürgersaal wieder zu einer Kunstgalerie wird. Mit Jotte T. Hanebold ist erneut ein heimischer Künstler mit seinen Werken zu Gast – das beweist wieder einmal die kreative Ader der Menschen unserer Stadt. Ich bin gespannt auf die Werke und freue mich auf die Vernissage mit vielen Gästen und Besuchern."



