16 Hörner mit 2400 Watt Ausgangsleistung "thronen" nun auf dem Dach eines der ältesten Gebäude Warsteins. Von diesem Punkt hoch über der Stadt kann im Ernstfall ein Großteil des Ortes akustisch gewarnt werden. Anders als früher dienen die Sirenen nicht mehr der Alarmierung der Feuerwehr im Brandfall – dies geschieht mittlerweile durch digitale, verschlüsselte Meldeempfänger – sondern zur Bevölkerungswarnung im Katastrophenfall: ein einminütiger auf- und abschwellender Ton warnt die Bevölkerung vor einer akuten Bedrohungslage, zum Beispiel einem Gefahrgutunfall oder Hochwasser. Die Bevölkerung ist dann aufgerufen, einen sicheren Ort aufzusuchen und sich über Radio, Fernsehen oder das Internet weiter zu informieren.
Mit der jüngsten Maßnahme hat die Stadt Warstein einen weiteren Bauabschnitt ihres Sirenenkonzeptes fortgeführt. Ziel ist es, das Warnsystem im gesamten Stadtgebiet auf den neuesten Stand zu bringen. "Die Modernisierung der Sireneninfrastruktur in unserem Stadtgebiet leistet einen wesentlichen Beitrag zur Sicherheit unserer Bürgerinnen und Bürger. So kann die Bevölkerung im Ernstfall rasch und zuverlässig gewarnt werden", so Bürgermeister Maximilian Spinnrath.
Die modernen Sirenen sind leistungsstärker und können einen größeren Beschallungsradius abdecken. Im Gegensatz zu Motorsirenen funktionieren digitale Sirenen auch bei einer Unterbrechung der Stromversorgung zuverlässig. Der Katastrophenschutz kann somit die Alarmierung der Bevölkerung langfristig sicherstellen.
Die Sirene "Am Zehnthof" wurde u.a. durch Fördermittel (Sirenenförderprogramm Land NRW 2023) in Höhe von 10.850 Euro finanziert, die restlichen 19.000 Euro wurden über den städtischen Haushalt bereitgestellt. Langfristig sollen alle Stadtteile mindestens eine akkubetriebene Sirene erhalten. Die nächsten vier Standorte sollen noch im Laufe des Jahres ertüchtigt werden, sofern es die Auslastung der spezialisierten Fachfirmen zulässt – auch hier kann die Stadt Warstein auf Mittel aus dem "Sirenenförderprogramm 2.0" zurückgreifen. Vorgesehen ist der Tausch der Sirenen auf der Johannesschule in Allagen, dem Hirschberger Rathaus, der neuen Feuerwache in Warstein sowie die Mastanlage am Kallerweg in Belecke. Die Zeiten der alten Pilzköpfe auf Dächern und Masten gehen damit sukzessive zu Ende.
Info-Kasten:
Informierte Bürgerschaft kann sich und andere schützen
Es gibt regelmäßig Warntage, an denen Sirenen auf ihre Funktionsfähigkeit getestet werden. Der nächste landesweite Test findet am Dienstag, 12. März, um 11 Uhr statt. Ausgelöst werden unter anderem Sirenen, Warn-Apps wie NINA (Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundes), Meldungen über Cell Broadcast sowie weitere Informationskanäle. Gegen 11:45 Uhr erfolgt die Entwarnung.
Der Warntag dient dazu, die Menschen mit den Warnsignalen vertraut zu machen und das richtige Verhalten im Ernstfall zu trainieren. Gerade in Zeiten zunehmender Extremwetterereignisse, die im Zusammenhang mit der Klimakrise stehen, gewinnt der Zivil- und Katastrophenschutz auch auf kommunaler Ebene zunehmend an Bedeutung.
Der Leiter des Ordnungsamtes der Stadt Warstein, Thimo Roderfeld, betont:
"Der Warntag ist kein bloßer Testlauf, sondern ein wichtiger Bestandteil unseres Zivil- und Katastrophenschutzes. Wir müssen sicherstellen, dass unsere Warnsysteme funktionieren und die Bürgerschaft weiß, wie sie im Ernstfall reagieren soll. Nur eine gut informierte und sensibilisierte Bürgerschaft kann sich und andere wirksam schützen."



