Die Erfahrungen mit sexualisierter Gewalt sind für Betroffene oft traumatisch. Deshalb ist es häufig schwierig, direkt nach der Tat zur Polizei zu gehen – allerdings wird ohne Spurensicherung die Verfolgung des Täters oder der Täterin meist unmöglich. Abhilfe schafft hier die so genannte vertrauliche Spurensicherung. Sie bietet Betroffenen eine Handlungsoption, mit der sie auch ohne eine vorherige Anzeige bei der Polizei im geschützten Rahmen Spuren sichern lassen können.
Auf diese Weise besteht für Betroffene die Möglichkeit, sich zu einem späteren Zeitpunkt ganz ohne Zeitdruck für eine Anzeige zu entscheiden. Das Klinikum Lippstadt am Standort Wiedenbrücker Straße bietet nun als erste Einrichtung im Kreis Soest diese vertrauliche Spurensicherung für Frauen an. Die Ärztinnen und Ärzte der Abteilung für Gynäkologie haben extra hierfür spezialisierte Schulungen absolviert. Damit können Spuren für eine gerichtsfeste Dokumentation archiviert werden.
Sylvia Lettmann kommentiert: "Mit den Mitsing-Aktionen ,Starke Frauen – starke Stimmen‘ und auch mit den monatlichen Aktionen der FreiZeitFrauen an jedem 15ten eines Monats erreichen wir bereits sehr viele Frauen. Hier können wir auf die Möglichkeit der vertraulichen Spurensicherung aufmerksam machen und auf viele Multiplikatorinnen hoffen, so dass das Angebot im Ernstfall – von dem wir hoffen, dass er nie eintritt – präsent ist und genutzt wird."



