Pressemeldung

Zweite Praxis für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie eröffnet - Wirtschaftsförderung der Stadt Warstein unterstützte bei Praxis-Gründung

Fast jeder vierte Heranwachsende in Deutschland gilt als psychisch auffällig – das legt die jüngste COPSY-Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf nahe, über die das Magazin „Spiegel“ im Dezember 2025 berichtet hat.

"Wir freuen uns deshalb sehr, dass jetzt eine Psychotherapie-Praxis für Kinder- und Jugendliche mit tiefenpsychologischen Richtlinienverfahren in der Stadt Warstein eröffnet. Die städtische Wirtschaftsförderung hat bei der Gründung tatkräftig unterstützt", unterstreicht Bürgermeister Maximilian Spinnrath.

Die Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin Marianne Sachse ist in Warstein geboren und aufgewachsen. Das Studium der Sozialen Arbeit in Bochum schloss sie mit Diplom ab und arbeitete anschließend 13 Jahre in verschiedenen Bereichen des Jugendamtes des Hochsauerlandkreises, des Kreises Soest und bei der Stadt Arnsberg. Ab 2020 absolvierte sie eine Weiterbildung zur Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin an der Köln-Bonner Akademie für Psychotherapie mit Approbation 2024. Nebenher arbeitete sie in einer ambulanten Psychotherapeutischen Praxis in Werl und in einer psychosomatischen Reha-Klinik. Nach der Approbation übernahm sie die Stationsleitung in einer Reha-Klinik – bis zur Eröffnung der Praxis.

"Von der Antragstellung im Januar 2025 bei der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe bis zur Zulassung im Dezember musste ein langer Weg bestritten werden. Dieser wäre ohne die Unterstützung der Stadt Warstein, der ortsansässigen Kinderärzte und Psychotherapeuten nicht möglich gewesen", so Marianne Sachse. Die Stadt Warstein vermittelte unter anderem den Kontakt zum Vermieter, der Firma Metallkonzept, die die ehemaligen Ausstellungsräume ein Jahr lang freihielt und dann ein tatkräftiges Engagement zur zeitnahen Umsetzung der Baumaßnahmen an den Tag legte. "Die Räume konnten daraufhin zu einer modernen Einzelpraxis umgebaut und frisch renoviert werden. Bei dem zur Verfügung stehenden Glasfaseranschluss ergab sich durch einen Fehler bei der EON eiliger Handlungsbedarf. Durch die Vermittlung und das engagierte Schnittstellenmanagement von Wirtschaftsförderer Dirk Risse konnten die Probleme zeitnah behoben werden", so Marianne Sachse.

Marianne Sachse setzt mit dem tiefenpsychologischen Schwerpunkt vor allem auf die unbewussten Prozesse und Dynamiken und beschäftigt sich mit den Ursachen für die Entstehung psychischer Erkrankungen. Dafür stehen höhere Stundenkontingente als für die Verhaltenstherapie zur Verfügung, und Patientinnen und Patienten werden in der Regel langjährig begleitet. Marianne Sachse erläutert: "Besonderes Merkmal meiner Praxis ist u.a. die Eltern-Säuglings-Kleinkindtherapie. Die psychische Grundstruktur eines Menschen bildet sich in den ersten drei Lebensjahren. Je früher dysfunktionale Muster erkannt werden, desto besser kann der Entwicklung von schwerwiegenden psychischen Störungen entgegengewirkt werden."

Für Wirtschaftsförderer Dirk Risse war die Ansiedlung einer weiteren Psychotherapie-Praxis speziell für Kinder- und Jugendliche eine Herzensangelegenheit. "Insgesamt gibt es immer weniger Psychotherapie-Praxen, während der Bedarf immer weiter ansteigt. Wir geben mit dieser Neuansiedlung ein deutliches Signal, dass wir die Zeichen der Zeit ernst nehmen und gesellschaftliche Probleme möglichst früh direkt angehen", so Dirk Risse.

 

Infokasten

Neue Hürden für Psychotherapie

Aktuell müssen PraxisneugründerInnen mit neuen Hürden zurechtkommen. Mit Beschluss des Erweiterten Bewertungsausschusses in seiner Sitzung am 11. März 2026 zur Änderung des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) wurden Leistungskürzungen für PsychotherapeutInnen mit Wirkung zum 1. April 2026 um 4,5 Prozent beschlossen, während der Bedarf an Psychotherapie unbestritten nachhaltig steigt. Bundesweit gehen gerade PsychotherapeutInnen auf die Straße, um gegen diesen Beschluss zu protestieren. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung hat angekündigt, Klage gegen diesen Beschluss einzureichen, an der sich auch die Deutsche Psychotherapeutenvereinigung (DPtV) anschließen wird. Außerdem wird es eine bundeweite Petition geben.

"Für mich als Neugründerin ein Schlag ins Gesicht angesichts auch steigender Praxiskosten insgesamt. Auch aufgrund neuer digitaler Anforderungen für die Praxen, für welche diese bislang ebenfalls nicht angemessen entschädigt werden", informiert Marianne Sachse.

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Praxis für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie:
Bürgermeister Maximilian Spinnrath (l.) und Wirtschaftsförderer Dirk Risse (r.) gratulieren der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin Marianne Sachse zur Eröffnung ihrer neuen Praxis in der Stadt Warstein
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